Im Modellbau bezeichnet Weathering das gezielte „Altern“ eines Modells, damit es realistischer wirkt – also so, als wäre es tatsächlich im Einsatz gewesen. Statt fabrikneu sieht es dann benutzt, verschmutzt oder verwittert aus.
Die wichtigsten Methoden laufen meist in mehreren Schritten ab:
Arbeitsschutz: Beim Sprühen und Schleifen immer auf gute Belüftung, Schutzmaske und Handschuhe achten.
🔹 1. Washes (Verdunkeln von Details)
Hier wird stark verdünnte Farbe (oft dunkelbraun oder schwarz) in Vertiefungen laufen gelassen.
Das sorgt dafür, dass Gravuren, Nieten und Kanten stärker hervortreten.
👉 Effekt: mehr Tiefe und Kontrast
🔹 2. Drybrushing (Trockenmalen)
Du nimmst wenig Farbe auf einen fast trockenen Pinsel und streichst leicht über Kanten.
👉 Effekt: Kanten wirken abgenutzt oder „blankgerieben“
🔹 3. Chipping (Lackabplatzer)
Mit Schwamm oder feinem Pinsel werden kleine Lackschäden simuliert.
👉 Typisch bei Militärfahrzeugen oder Raumschiffen
👉 Oft mit Rostfarbe oder Metall darunter
🔹 4. Pigmente & Pulver
Spezielle Farbpigmente werden trocken oder mit Fixierer aufgetragen.
👉 Effekt:
- Staub (hellbraun/beige)
- Schlamm (dunkler, klumpiger)
- Ruß (schwarz)
🔹 5. Streaking (Schmutzläufe)
Mit sehr verdünnter Farbe ziehst du vertikale Streifen nach unten.
👉 Effekt: Regen- und Schmutzspuren
🔹 6. Rost & Öl-Effekte
Mit speziellen Farben oder Ölfarben lassen sich Roststellen oder ausgelaufenes Öl darstellen.
👉 Besonders realistisch bei:
- Panzern
- Schiffen
- Industrie-Modellen
🔹 7. Ausbleichen (Fading)
Farben werden ungleichmäßig aufgehellt (z. B. mit Airbrush oder Filtern).
👉 Effekt: Sonne, Witterung, Alter
🔧 Typische Werkzeuge:
- Airbrush
- feine Pinsel
- Schwämme
- Ölfarben / Enamels
- Pigmente
💡 Grundregel:
Weniger ist oft mehr. Zu starkes Weathering wirkt schnell unnatürlich – lieber in Schichten arbeiten und langsam steigern.